Photovoltaik: Planung

Was kostet eine Solaranlage, und was bringt sie?

Fünf Dinge entscheiden, ob sich Photovoltaik rechnet. Dazu: was eine Anlage kostet, was ein Dach in Stade erzeugt und ein durchgerechnetes Beispiel.

Zahlen mit Stern stammen aus dem Gesetzentwurf vom 07.09.2026. Ein Entwurf ist noch kein Gesetz.

Ertrag
980 kWh je kWp und Jahr auf einem Süddach mit 35° in Stade PVGIS, Modellwert
Preis
im Mittel 2.090 € je kWp bei 4 bis 6 kWp, 1.010 € über 16 kWp, ohne Speicher Verbraucherzentrale, Stand 28.08.2026
Strompreis
37,0 ct/kWh im Durchschnitt für Haushalte 2026 BDEW, 21.08.2026
Einspeisung heute
7,70 ct/kWh für den Teil bis 10 kW bei Teileinspeisung, Inbetriebnahme bis 31.12.2026

Kurz gesagt

  • Fünf Dinge entscheiden, ob sich eine Anlage rechnet: wie viel Ihr Dach erzeugt, wie viel Strom Sie selbst verbrauchen, was die Anlage kostet, was Ihr Strom kostet und welche Vergütung gilt.
  • Selbst verbrauchen zählt am meisten. Jede Kilowattstunde vom Dach ersetzt Strom, den Sie sonst kaufen. Eingespeister Strom bringt nur die Vergütung.
  • Angebote vergleichen Sie über den Preis je kWp, ohne Speicher.

Was entscheidet, ob sich die Anlage rechnet?

Drei der fünf Größen liegen mit Dach und Haushalt fest. Zwei hängen vom Angebot und vom Recht ab.

1. Wie viel Ihr Dach erzeugt

Ort, Richtung und Neigung bestimmen, wie viel Strom ein Kilowatt Peak im Jahr erzeugt. In Stade sind es im Mittel:

  • 980 kWh auf einem Süddach mit 35°
  • rund 810 kWh auf einem Ost- oder Westdach mit 15°
  • 514 kWh auf einem Norddach mit 35°

Die Werte für jede Dachrichtung stehen weiter unten. Ihren Ort rechnet der Rechner Standort-Ertrag.

2. Wie viel Sie selbst verbrauchen

Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ersetzt Strom, den Sie sonst zum Arbeitspreis Ihres Tarifs kaufen. Eingespeister Strom bringt nur die Vergütung.

Mit einer typischen Anlage deckt ein Haushalt nach der Verbraucherzentrale rund 30 Prozent seines jährlichen Stromverbrauchs, mit einem Batteriespeicher rund 70 Prozent. Für Ihren Verbrauch rechnet es der Rechner Eigenverbrauch Stunde für Stunde.

3. Was die Anlage je kWp kostet

Größere Anlagen kosten je kWp weniger. Teilen Sie den Preis ohne Speicher durch die Leistung in kWp. So lassen sich Angebote verschiedener Größe vergleichen.

4. Was Ihr Strom kostet

Der BDEW nennt für Haushalte 2026 bisher durchschnittlich 37,0 ct/kWh. Für die Rechnung zählt der Arbeitspreis ohne Grundpreis.

Vorsicht bei Angeboten, die mit stark steigenden Strompreisen rechnen: Eine Steigerung von mehr als 3 Prozent im Jahr hält die Verbraucherzentrale NRW über so lange Zeiträume für sehr unrealistisch. Prüfen Sie, ob sich die Anlage auch bei gleichbleibendem Preis trägt.

5. Welche Vergütung gilt

Geht die Anlage bis zum 31.12.2026 in Betrieb, gilt das EEG 2023: eine feste Vergütung für 20 Jahre. Bei Teileinspeisung sind das 7,70 ct/kWh für den Teil der Anlage bis 10 kW.

Für Anlagen ab 2027 sieht der Regierungsentwurf eine Übergangszahlung von 5,20 ct/kWh (Entwurf vom 07.09.2026) für längstens 36 Monate (Entwurf vom 07.09.2026) vor. Was für wen gilt, steht auf der Seite EEG 2027.

Was kostet eine Anlage?

Mittlere Preise des reinen Photovoltaik-Teils ohne Speicher und ohne Extras: 71 Angebote von Januar 2025 bis August 2026. Die Verbraucherzentrale nennt die Tabelle ausdrücklich keine Orientierungshilfe für aktuelle Preise; sie soll zeigen, wie der Preis von der Größe abhängt. Zahlen der Verbraucherzentrale, Stand 28.08.2026.
LeistungMittlerer Preis je kWp
4 bis 6 kWp2.090 €
über 6 bis 8 kWp1.820 €
über 8 bis 9 kWp1.520 €
über 9 bis 10 kWp1.410 €
über 10 bis 12 kWp1.290 €
über 12 bis 14 kWp1.240 €
über 14 bis 16 kWp1.220 €
über 16 kWp1.010 €

Finanztip rät, für eine Anlage ohne Speicher höchstens 1.600 € je kWp zu bezahlen und mit Speicher höchstens 2.200 € je kWp. Die Regel gilt nur für sinnvoll bemessene Anlagen.

Mittlere Preise für Batteriespeicher, die gemeinsam mit einer Photovoltaikanlage angeboten wurden: 70 Angebote von Januar 2025 bis August 2026. Innerhalb jeder Größenklasse streuen die Preise stark. Zahlen der Verbraucherzentrale, Stand 28.08.2026.
Nutzbare KapazitätMittlerer Preis je kWh
4 bis 6 kWh510 €
über 6 bis 8 kWh480 €
über 8 bis 10 kWh410 €
über 10 bis 12 kWh390 €
über 12 bis 16 kWh360 €

Für einen Batteriespeicher nennt Finanztip höchstens 600 € je Kilowattstunde. Steht der Speicher nicht getrennt im Angebot? Dann fragen Sie nach dem Preis desselben Angebots ohne Speicher. So rät es die Verbraucherzentrale NRW.

Was gehört in ein vollständiges Angebot?

Nach der Checkliste der Verbraucherzentrale NRW:

  • die Installation samt Kleinmaterial
  • Gerüst oder Fangschutz
  • die Ertragsüberwachung
  • die Inbetriebnahme
  • die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister
  • die Dokumentation
  • wo sie nötig ist, die Erneuerung des Zählerschranks

Die Verbraucherzentrale NRW rät, Komponenten und Leistungen mit Einzelpreisen ausweisen zu lassen und Vorkasse ganz oder weitgehend zu vermeiden. Wie Ihr Angebot gegenüber den veröffentlichten Mittelpreisen liegt, zeigt der Angebots-Check.

Kommt Umsatzsteuer dazu?

Auf Lieferung und Installation von Solarmodulen, wesentlichen Komponenten und Speichern an Wohngebäuden fallen 0 % Umsatzsteuer an. Die Voraussetzung gilt für Anlagen bis 30 kWp als erfüllt.

Wallboxen sind nach der Verbraucherzentrale NRW davon ausgenommen, auch wenn sie mit der Anlage angeboten werden.

Was erzeugt ein Dach in Stade?

Ertrag je installiertem kWp in Stade (53,60° N, 9,47° O), Modellwerte in kWh nach PVGIS, Europäische Kommission. Schwankung: Standardabweichung zwischen den Jahren 2005 bis 2023.
DachJahrSchwankungDezemberJuni
Süd, 35° Neigung980± 5122,0126,2
Süd, 45°979± 5324,4120,4
Südost, 30°926± 4717,2127,8
Flach, 0°819± 369,0127,9
Ost, 15°812± 379,4125,9
West, 15°807± 359,2125,0
Ost, 35°785± 389,8118,9
Nord, 20°646± 236,1115,5
Nord, 35°514± 155,599,0

Im Winter bringt die Sonne wenig. Im Dezember erzeugt ein Süddach mit 35° in Stade rund 17 Prozent seines Juni-Ertrags, ein Ost- oder Westdach mit 15° rund 7 Prozent.

Einzelne Jahre weichen vom Mittel ab. Die Spalte „Schwankung“ zeigt, um wie viel.

Ein Beispiel, durchgerechnet

Beispiel: Stade, Süd 35°, 8 kWp mit 6 kWh Speicher, 4.000 kWh Verbrauch im Jahr, Investition 17.620 €, Strompreis 37,0 ct/kWh
Dieselbe Anlage, drei Rechtsfälle. Eigenverbrauch und Autarkie im ersten Jahr; Amortisation innerhalb von 30 Jahren, Rendite für einen Zeitraum von 20 Jahren, gerechnet wie im Rechner Wirtschaftlichkeit.
KennzahlA: Inbetriebnahme bis Ende 2026geltendes RechtB: Inbetriebnahme ab 2027Entwurf vom 07.09.2026C: NulleinspeisungEntwurf vom 07.09.2026
Eigenverbrauchsanteil40 %40 %40 %
Autarkiegrad72 %72 %72 %
Amortisation19,5 Jahre26,6 Jahre25,4 Jahre
Rendite in 20 Jahren0,2 %-2,4 %-2,0 %

Alle Annahmen und Ihre eigenen Werte im Rechner Wirtschaftlichkeit

Das Beispiel ist das Haus des Rechners Wirtschaftlichkeit. So ist es gerechnet:

  • Investition: aus den mittleren Preisen der Verbraucherzentrale. Sie versteht diese Preise ausdrücklich nicht als Orientierung für aktuelle Preise.
  • Strompreis: der Durchschnitt für Haushalte 2026 nach dem BDEW.

Mit Ihrem Angebot und Ihrem Tarif kann das Ergebnis deutlich anders ausfallen.

Kaufen, mieten oder pachten?

Neben dem Kauf bieten Stadtwerke und überregionale Unternehmen Anlagen zur Miete oder Pacht an. Die Verbraucherzentrale behandelt beide Begriffe gleich: Erst der Vertrag zeigt, welche Leistungen, Rechte und Pflichten gelten.

So funktioniert die Miete: Statt des Kaufpreises zahlen Sie einen monatlichen Betrag, meist über 15 bis 25 Jahre. Planung und Installation sind enthalten, oft auch Wartung und Versicherung.

Was sie kostet: Über die Laufzeit ist eine Mietanlage durch Finanzierungs- und Servicekosten in der Regel teurer als eine gekaufte. Die versprochene Ersparnis tritt nach der Verbraucherzentrale häufig erst gegen Ende oder nach Ende des Vertrags ein.

Worauf Sie achten sollten, rät die Verbraucherzentrale:

  • Betrachten Sie die Wirtschaftlichkeit nur über die Mietzeit.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die Anlage am Vertragsende kostenfrei übernehmen können.
  • Bedenken Sie: Bei einem Verkauf oder einer Vererbung des Hauses muss der Vertrag in der Regel weitergeführt werden.
  • Ein vorzeitiger Abkauf ist häufig möglich, kostet aber deutlich mehr als der direkte Kauf.

Wenn Sie kaufen und finanzieren wollen: Sie können den Förderkredit 270 der KfW nutzen: Kredit für Photovoltaik und Batteriespeicher bis 100 % der Investitionskosten; Antrag über die Hausbank vor Beginn des Vorhabens; Privatpersonen nur, wenn zumindest ein Teil des Stroms eingespeist wird. Der Sollzins beginnt in der Variante mit 20 Jahren Laufzeit bei 5,13 %. Die Verbraucherzentrale NRW rät, ein Finanzierungsangebot des Anbieters mit den Konditionen der Hausbank und der KfW zu vergleichen.

Weitere Programme und ihren Stand zeigt die Seite Recht, Förderung und Steuern.

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Stand: 24.09.2026. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.