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FCR, aFRR, mFRR: Regelleistung und warum kleine Speicher einen Pool brauchen

Wie FCR, aFRR und mFRR funktionieren, wie sie beschafft werden, was Speicher für die Präqualifikation nachweisen und warum kleine Anlagen einen Pool brauchen.

Stand: 25.09.2026

Wozu dient Regelleistung?

Im Stromnetz müssen Erzeugung und Verbrauch in jedem Augenblick gleich sein. Weichen sie ab, ändert sich die Frequenz.

Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW halten dafür Regelreserve vor. Sie rufen sie ab, bis das Gleichgewicht wiederhergestellt ist.

Wer das bezahlt:

  • Die Kosten der Vorhaltung tragen die Netzentgelte.
  • Die Kosten der abgerufenen Energie tragen die Bilanzkreise, die die Abweichung verursacht haben. Ein Bilanzkreis ist ein Konto, auf dem Einspeisung und Entnahme ausgeglichen sein müssen.

Welche drei Arten gibt es?

  • FCR (Primärregelleistung) stoppt eine Frequenzabweichung, egal wo im europäischen Verbundnetz sie entstanden ist.
  • aFRR (Sekundärregelleistung) gleicht danach die Bilanz der betroffenen Regelzone aus.
  • mFRR (Minutenreserve) löst bei größeren und längeren Abweichungen die aFRR ab.

Die Unterschiede im Einzelnen:

FCR (Primärregelleistung)aFRR (Sekundärregelleistung)mFRR (Minutenreserve)
Vollständig erbracht nach30 Sekunden5 Minuten, erste Reaktion nach 30 Sekunden12,5 Minuten
Abrufautomatisch, von jeder Anlage selbst nach der gemessenen Frequenzautomatisch, nach dem Sollwert des Übertragungsnetzbetreibersmanuell über das Abrufsystem des Übertragungsnetzbetreibers
Längste Aktivierung15 Minuten60 Minuten60 Minuten
Richtungsymmetrisch: nach oben und unten zugleichgetrennt nach positiv (einspeisen) und negativ (aufnehmen)getrennt nach positiv und negativ

Wie beschaffen die Übertragungsnetzbetreiber die Regelleistung?

In zwei Stufen. Das kleinste Gebot beträgt für alle Produkte 1 MW, danach geht es in Schritten von 1 MW.

Stufe 1: Regelleistung (Leistungsmarkt). Bezahlt wird, dass die Leistung bereitsteht.

  • Beschafft wird täglich für den Folgetag, in sechs Blöcken zu je vier Stunden.
  • Die Gebote schließen am Vortag: für FCR um 8:00 Uhr, für aFRR um 9:00 Uhr, für mFRR um 10:00 Uhr.
  • Wer einen Zuschlag erhält, bekommt einen Leistungspreis. Bei FCR erhalten alle Anbieter den höchsten bezuschlagten Preis. Bei aFRR und mFRR erhält jeder seinen gebotenen Preis.

Stufe 2: Regelarbeit (Arbeitsmarkt). Für aFRR und mFRR wird zusätzlich jede Viertelstunde einzeln beschafft.

  • Der Markt schließt 25 Minuten vor Beginn der Viertelstunde.
  • Wer am Leistungsmarkt bezuschlagt wurde, muss hier bieten. Andere dürfen.
  • Abgerufen wird nach dem Arbeitspreis, günstigste Gebote zuerst.
  • Bezahlt wird der Grenzpreis. Ihn ermitteln die europäischen Plattformen PICASSO (aFRR) und MARI (mFRR).

Was muss ein Speicher nachweisen?

Bevor ein Anbieter bieten darf, prüft der Übertragungsnetzbetreiber, ob die Anlagen die Anforderungen erfüllen. Zuständig ist der, in dessen Regelzone sie angeschlossen sind. Diese Prüfung heißt Präqualifikation. Dazu gehören:

  • ein IT-Konzept
  • ein Konzept für die Erbringung
  • eine Betriebsfahrt als Probe
  • ein leittechnischer Test der Verbindung
  • Bescheinigungen, unter anderem des Netzbetreibers, an dessen Netz die Anlage hängt

Für Anlagen mit begrenztem Energievorrat kommen bei FCR eigene Regeln hinzu. Das gilt auch für Batteriespeicher. Nach den Präqualifikationsbedingungen vom 05.07.2024 heißt das:

  • Die Anlage muss eine volle Aktivierung von mindestens 15 Minuten leisten können. Eine Einheit mit 1 MW bräuchte allein dafür mindestens 0,5 MWh, weil sie in beide Richtungen bereitstehen muss.
  • Dazu kommen Reserven: für einen vorangegangenen Abruf, für eine verzögerte Wirkung des Speichermanagements und für den Reservebetrieb.
  • Der Anbieter muss zeigen, wie er den Ladezustand seines Speichers steuert.

Wie kommt ein kleiner Speicher in diesen Markt?

Über einen Pool. Ein Vermarkter bündelt viele Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk, präqualifiziert sie und bietet für sie.

Die Regeln dafür:

  • Jede präqualifizierte Einheit ist Teil eines Pools.
  • Ein Anbieter richtet für jede Art der Regelleistung mindestens einen Pool ein.
  • Anlagen, die allein nicht präqualifizierbar wären, lassen sich an verschiedenen Netzanschlusspunkten zu einer Reservegruppe zusammenfassen.
  • Ein Pool umfasst nur Anlagen aus einer Regelzone.

Ein Beispiel ist TESVOLT Energy. Nach eigener Angabe ist die TESVOLT Energy GmbH ein virtuelles Kraftwerk für kleine Speicher mit Einstieg ab 50 kW. Drei unabhängige Händler bieten dort um die Flexibilität.

Welche Märkte ein Pool tatsächlich bedient und wie die Erlöse geteilt werden, steht im Vertrag mit dem Vermarkter, siehe Merchant, Floor, Tolling.

Warum füllen sich diese Märkte so schnell?

Die Übertragungsnetzbetreiber schreiben nur so viel Regelleistung aus, wie sie nach ihrer Bemessung des Bedarfs brauchen. Die Zahl der Speicher wächst dagegen schnell: Großspeicher kamen zuletzt auf 4,43 GW und 7,66 GWh am 24.09.2026.

Die RWTH Aachen hat das Jahr 2025 ausgewertet. Danach hat die FCR für einen Speicher, der alle Märkte nutzt, an Bedeutung verloren. Wichtiger wurde die Leistung der aFRR.

Was heißt das für eine kleine Einheit?

Regelleistung kann über einen Pool dazukommen. Wer mit ihr rechnet, sollte aber fragen: Zu welchen Preisen wurde der Pool zuletzt bezuschlagt, und wie oft?

Die Fragen an den Anbieter nach Vermarkter und Märkten stehen im Artikel 20 Fragen an jeden Speicheranbieter.

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Daten: Battery Charts (ISEA und PGS, RWTH Aachen University): Stationäre Batteriespeicher in Deutschland (CC BY 4.0)