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Speichermarkt Deutschland: Bestand, Zubau und der Stau am Netzanschluss
Wie viele Batteriespeicher in Deutschland am Netz sind, wie schnell Großspeicher dazukommen, was geplant ist und warum Netzanschlüsse knapp sind.
Wie werden Batteriespeicher eingeteilt?
Nach ihrer Größe, in drei Klassen. Die Einteilung stammt von Battery Charts. Das ist eine Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur durch die Institute ISEA und PGS der RWTH Aachen. Von dort stammen auch die Zahlen dieser Seite.
| Klasse | Grenze | Leistung GW | Kapazität GWh |
|---|---|---|---|
| Heimspeicher | unter 30 kWh und unter 30 kW | 15,77 | 23,48 |
| Gewerbespeicher | unter 1.000 kWh und unter 1.000 kW | 0,91 | 1,76 |
| Großspeicher | ab 1.000 kWh oder ab 1.000 kW | 4,43 | 7,66 |
Die Grenzen richten sich allein nach Leistung und Kapazität. Wofür ein Speicher genutzt wird, spielt dabei keine Rolle. Eine Einheit mit einigen Hundert Kilowatt zählt deshalb zu den Gewerbespeichern, auch wenn sie am Großhandel handelt.
Gezählt wird nach dem Tag der Inbetriebnahme, gemeldet wird oft später. Die Werte der letzten zwei bis drei Monate können deshalb noch steigen.
Wie schnell wachsen die Großspeicher?
- Zuletzt: 4,43 GW und 7,66 GWh am 24.09.2026
- Ende 2025: 2,70 GW und 4,06 GWh
- Ende 2024: 1,86 GW und 2,35 GWh
- Im laufenden Jahr kamen bisher 1,73 GW und 3,60 GWh (bis 24.09.2026) hinzu.
Werte in GW.
| Stand | Leistung GW | Kapazität GWh | Zubau im Jahr GW | Zubau im Jahr GWh |
|---|---|---|---|---|
| 31.12.2021 | 0,63 | 0,67 | 0,06 | 0,05 |
| 31.12.2022 | 1,14 | 1,22 | 0,50 | 0,55 |
| 31.12.2023 | 1,32 | 1,53 | 0,18 | 0,31 |
| 31.12.2024 | 1,86 | 2,35 | 0,53 | 0,82 |
| 31.12.2025 | 2,70 | 4,06 | 0,84 | 1,70 |
| 24.09.2026 | 4,43 | 7,66 | 1,73 | 3,60 |
Teilt man die Kapazität aller Großspeicher durch ihre Leistung, können sie im Mittel 1,7 Stunden mit voller Leistung entladen. Das ist eine eigene Rechnung aus den Daten von Battery Charts.
Wie lange ein Speicher entladen kann, bestimmt mit, an welchen Märkten er Geld verdient. Mehr dazu im Glossar unter Speicherdauer.
Was ist als geplant gemeldet?
Im Marktstammdatenregister lassen sich Anlagen schon vor dem Bau eintragen, mit ihrer geplanten Inbetriebnahme. Battery Charts zeigt davon nur die Großspeicher, weil kleinere Anlagen oft erst nach dem Einbau gemeldet werden.
Gemeldet sind Großspeicher:
- mit geplanter Inbetriebnahme bis Ende 2027 zusammengezählt 5,87 GW und 16,22 GWh
- insgesamt 10,73 GW und 32,68 GWh bis August 2031
| Inbetriebnahme bis | Leistung GW | Kapazität GWh |
|---|---|---|
| Ende 2026 | 1,93 | 4,29 |
| Ende 2027 | 5,87 | 16,22 |
| Ende 2028 | 10,32 | 31,47 |
| Ende 2029 | 10,72 | 32,59 |
| Ende 2030 | 10,72 | 32,59 |
| August 2031 | 10,73 | 32,68 |
Eine Meldung sagt nicht, dass die Anlage gebaut wird oder wann. Umgekehrt umfassen die Anträge auf einen Netzanschluss weit mehr Leistung, als im Register gemeldet ist.
Warum sind Netzanschlüsse knapp?
Weil die Anträge die Möglichkeiten des Netzes weit übersteigen. Wie groß das Interesse ist, zeigen die Zahlen der Übertragungsnetzbetreiber zum Ende des dritten Quartals 2025:
- Bei ihnen lagen 717 Anträge mit rund 270 GW vor.
- Davon waren 545 für Großbatteriespeicher, mit 211 GW.
- Zugesagt hatten sie Anschlüsse für rund 51 GW Großbatteriespeicher.
Für die Verteilnetze schätzt der BDEW knapp 600 GW. Der Netzentwicklungsplan 2037/2045 (2025) geht für 2037 von einem Bedarf an Batteriespeichern zwischen 41 und 94 GW aus.
Seit dem 01.04.2026 vergeben die Übertragungsnetzbetreiber Anschlüsse deshalb nicht mehr in der Reihenfolge des Eingangs. Sie vergeben sie im Reifegradverfahren. Geprüft werden:
- Flächensicherung und Stand der Genehmigung,
- das technische Anlagen- und Anschlusskonzept,
- die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Antragstellers,
- der Nutzen für Netz und System.
Für kleinere Speicher am Verteilnetz entscheidet der jeweilige Netzbetreiber über den Anschluss. Ob er anschließt und zu welchen Kosten, gehört zu den ersten Fragen an jedes Vorhaben. Was dabei zu zahlen ist, erklärt der Artikel Netzentgelte, Baukostenzuschuss und AgNes.
Was heißt das für die Erlöse?
Mehr Speicher heißt mehr Wettbewerb um dieselben Preisunterschiede.
Regelleistung. Das ist Leistung, die bereitsteht, um die Netzfrequenz zu halten. Hier zeigt sich der Wettbewerb am schnellsten, weil die Übertragungsnetzbetreiber davon nur eine festgelegte Menge ausschreiben.
Die RWTH Aachen hat das Jahr 2025 ausgewertet. Danach hat die Primärregelleistung für einen Speicher, der alle Märkte nutzt, an Bedeutung verloren. Wichtiger wurde die Sekundärregelleistung.
Großhandel. Hier sind die Preisunterschiede bisher gewachsen. Die mittlere Spanne zwischen dem teuersten und dem billigsten Stundenpreis eines Tages lag:
- 2023 bei 97,9 €/MWh
- 2025 bei 124,1 €/MWh
- 2026 bei 156,8 €/MWh (bis 23.09.2026)
Ob das so bleibt, ist offen. Modo Energy rechnet in einer Sensitivität damit, dass ein um die Hälfte stärkerer Speicherzubau die Day-Ahead-Erlöse im Jahr 2030 um 17 % senkt. Das ist eine Modellrechnung, keine Vorhersage für eine bestimmte Anlage. Day-Ahead ist die Auktion am Vortag der Lieferung.
Wie Erlösindizes rechnen und warum sie so weit auseinanderliegen, erklärt der Artikel Erlösindizes im Vergleich.
Woher stammen die Zahlen?
Alle Marktzahlen dieser Seite kommen aus dem Marktdaten-Monitor. Er liest sie monatlich neu. Diagramme mit dem Verlauf seit 2022 stehen dort. Die Daten von Battery Charts stehen unter der Lizenz CC BY 4.0.
Weiter
Daten: Battery Charts (ISEA und PGS, RWTH Aachen University): Stationäre Batteriespeicher in Deutschland (CC BY 4.0); Bundesnetzagentur | SMARD.de: Großhandelspreise Day-Ahead, Gebotszone Deutschland/Luxemburg (CC BY 4.0), eigene Auswertung
