Wissen: Photovoltaik

PV mit Wallbox und Wärmepumpe: Überschuss richtig nutzen

Wie Wallbox und Wärmepumpe mehr Solarstrom im Haus halten, warum der Winter anders rechnet als der Sommer und was § 14a EnWG für die Geräte bedeutet.

Kurz gesagt

  • Solarstrom ist am meisten wert, wenn Sie ihn selbst verbrauchen. Wallbox und Wärmepumpe helfen dabei, wenn sie laufen, während die Anlage erzeugt.
  • Ein Energiemanagementsystem kann das steuern. Fragen Sie im Angebot, ob es dazugehört.
  • Im Winter kann die Anlage einer Wärmepumpe nur wenig Strom liefern.
  • Ein E-Auto nimmt Solarstrom auf, wenn es tagsüber zu Hause steht.

Warum passen Wallbox und Wärmepumpe zur Photovoltaik?

Solarstrom ist am meisten wert, wenn Sie ihn selbst verbrauchen. Sonst speisen Sie ihn ein und kaufen später Netzstrom. Den Eigenverbrauch steigern Sie, indem Sie Verbrauch in die Stunden legen, in denen die Anlage erzeugt.

Dabei kann ein Energiemanagementsystem helfen. Es steuert die Energieströme. Nach der Verbraucherzentrale kann es bei Sonnenschein zum Beispiel eine Wärmepumpe oder das Laden eines Elektroautos starten. Wird der Solarstrom zusätzlich über eine Wallbox genutzt, lässt sich nach ihr ein noch höherer Eigenverbrauch erreichen als mit einem Speicher allein.

Die Checkliste der Verbraucherzentrale NRW nennt ein Energiemanagementsystem sinnvoll, wenn Anlage und Speicher mit einer Wallbox oder einer Wärmepumpe verbunden werden sollen. Fragen Sie im Angebot, ob es dazugehört.

Reicht der Solarstrom im Winter für die Wärmepumpe?

Nur zu einem kleinen Teil. Eine Wärmepumpe braucht den meisten Strom im Winter. Die Anlage liefert ihn im Sommer. Wie groß der Unterschied ist, zeigen die Monatserträge für Stade:

Ertrag je installiertem kWp in Stade (53,60° N, 9,47° O), Modellwerte nach PVGIS, Europäische Kommission.
DachJuniDezemberDezember im Verhältnis zum Juni
Süd, 35° Neigung126,2 kWh22,0 kWh17 %
Süd, 45°120,4 kWh24,4 kWh20 %
Südost, 30°127,8 kWh17,2 kWh13 %
Flach, 0°127,9 kWh9,0 kWh7 %
Ost, 15°125,9 kWh9,4 kWh7 %
West, 15°125,0 kWh9,2 kWh7 %
Ost, 35°118,9 kWh9,8 kWh8 %
Nord, 20°115,5 kWh6,1 kWh5 %
Nord, 35°99,0 kWh5,5 kWh6 %
  • Eine nach Süden geneigte Anlage liefert im Dezember etwa ein Sechstel bis ein Fünftel dessen, was sie im Juni erzeugt.
  • Eine flache oder nach Osten oder Westen geneigte Anlage liefert im Dezember weniger als ein Zehntel.

Im Winter kann die Anlage einer Wärmepumpe deshalb nur wenig Strom liefern.

Der Rechner Eigenverbrauch rechnet die Wärmepumpe Stunde für Stunde mit. Er nimmt das Wetterjahr Ihres Orts und Ihre Heizgrenze und zeigt die Monate getrennt.

Wann lädt das E-Auto mit Solarstrom?

Ein E-Auto kann Solarstrom aufnehmen, wenn es tagsüber zu Hause steht. Steht es werktags beim Arbeitgeber, lädt es zu Hause meist abends. Dann liefert die Anlage wenig.

Der Rechner Eigenverbrauch fragt deshalb, wann das Auto unterwegs ist. Er rechnet das Laden sofort nach der Ankunft oder nur mit Überschuss.

Darf der Netzbetreiber Wallbox und Wärmepumpe drosseln?

Ja, bei größeren Geräten. Dafür zahlen Sie weniger Netzentgelt.

Wallboxen, Wärmepumpen und Speicher, die mehr als 4,2 kW aus dem Netz beziehen können, gelten seit dem 01.01.2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf ihren Bezug bis auf diese Leistung drosseln.

Für das günstigere Netzentgelt gibt es Module:

  • Modul 1: Die Beträge legt jeder Netzbetreiber selbst fest.
  • Modul 2: Der Arbeitspreis des Netzentgelts sinkt für diese Geräte auf 40 %.

Für Geräte, die vor 2024 in Betrieb gingen, gilt ein Bestandsschutz bis zum 31.12.2028.

Was bringen Smart Meter und dynamischer Tarif?

Mit ihnen lassen sich Wallbox und Wärmepumpe auch nach dem Strompreis steuern, nicht nur nach der Sonne.

Haushalte, die mehr als 6.000 kWh im Jahr verbrauchen, bekommen ein intelligentes Messsystem. Mit Wärmepumpe und E-Auto kann der Verbrauch diese Grenze überschreiten. Mit einem intelligenten Messsystem muss Ihnen jeder Lieferant einen dynamischen Tarif anbieten, seit dem 01.01.2025.

Welche Umsatzsteuer gilt für die Wallbox?

Für die Wallbox gilt der allgemeine Satz von 19 %. Das gilt nach der Checkliste der Verbraucherzentrale NRW auch dann, wenn sie mit der Anlage angeboten wird.

Für Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden samt Installation, Speicher und notwendigen Komponenten beträgt die Umsatzsteuer dagegen 0 %.

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Stand: 24.09.2026. Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.