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Day-Ahead, Intraday, Viertelstunde: Stromhandel für Speicher erklärt

Wie Day-Ahead-Auktion, Intraday-Auktionen und fortlaufender Handel funktionieren, warum Viertelstunden zählen und was ein Speicher daran verdient.

Stand: 25.09.2026

Welcher Markt zählt für einen Speicher?

Vor allem der Spotmarkt. Dort verändern sich die Preise über den Tag, und ein Speicher kann das ausnutzen.

  • Terminmarkt: Hier wird Strom oft Jahre im Voraus gehandelt, um Preise abzusichern.
  • Spotmarkt: Hier wird Strom kurzfristig gehandelt, am Vortag der Lieferung (Day-Ahead) und am Liefertag selbst (Intraday).

Jeder Kauf und Verkauf läuft über einen Bilanzkreis. Das ist ein Konto, auf dem Einspeisung und Entnahme in jeder Viertelstunde ausgeglichen sein müssen. Weicht ein Bilanzkreis ab, kostet das Ausgleichsenergie. Das ist einer der Gründe, warum der Handel bis kurz vor der Lieferung weiterläuft.

Wie läuft die Day-Ahead-Auktion?

  • Gebote bis 12:00 Uhr am Vortag. Käufer und Verkäufer bieten für die Viertelstunden, halben Stunden oder Stunden des nächsten Tages. An der Börse EPEX Spot schließt das Orderbuch um 12:00 Uhr. Die Ergebnisse erscheinen ab 12:55 Uhr.
  • Ein Preis je Viertelstunde für Deutschland und Luxemburg. Die europäischen Börsen rechnen ihre Auktionen mit einem gemeinsamen Algorithmus über die Grenzen hinweg. Den Preis setzt das teuerste Angebot, das zur Deckung der Nachfrage noch gebraucht wird. Alle bezuschlagten Angebote erhalten diesen Preis.
  • Viertelstunden seit Oktober 2025. Seit dem Handelstag 30.09.2025 für den Liefertag 01.10.2025 wird jede Viertelstunde einzeln gehandelt, vorher jede Stunde. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Preise auf SMARD seitdem ebenfalls je Viertelstunde.
  • Gebote für Speicher. Neben einzelnen Viertelstunden lassen sich Blöcke über mehrere Zeiträume bieten. Die EPEX Spot nennt eigens Blockgebote, die einen Kauf und einen Verkauf verknüpfen. So bilden sie das Laden und Entladen eines Speichers ab.

Was sind die Intraday-Auktionen?

Seit dem 13.06.2024 gibt es in Europa drei gemeinsame Intraday-Auktionen. Alle drei handeln Viertelstunden.

AuktionSchluss der GeboteLiefert für
erste Auktion15:00 Uhr am Vortagden ganzen Liefertag
zweite Auktion22:00 Uhr am Vortagden ganzen Liefertag
dritte Auktion10:00 Uhr am Liefertag12:00 bis 24:00 Uhr des Liefertags

Wie funktioniert der fortlaufende Intraday-Handel?

Im fortlaufenden Handel kommt ein Geschäft zustande, sobald zwei passende Gebote im Orderbuch stehen.

Für den deutschen Markt öffnet er an der EPEX Spot um 15:00 Uhr am Vortag. Gehandelt werden Stunden, halbe Stunden und Viertelstunden. Über die Landesgrenzen hinweg teilen sich die Börsen ein gemeinsames Orderbuch.

Der Handel läuft bis kurz vor der Lieferung:

  • Innerhalb einer deutschen Regelzone: nach Angaben der Bundesnetzagentur bis fünf Minuten vorher.
  • Mit anderen Gebotszonen: Diese Geschäfte enden früher. Die Frist betrug bisher 60 Minuten. Seit dem 14.01.2026 wird sie Grenze für Grenze auf 30 Minuten verkürzt.

Was hat ein Speicher davon?

Ein Speicher verdient am Großhandel, wenn er in billigen Zeiten lädt und in teuren einspeist.

Wie viel Spielraum der Markt dafür bietet, zeigt die mittlere Tagesspanne. Das ist der Abstand zwischen dem teuersten und dem billigsten Stundenpreis eines Tages in der Day-Ahead-Auktion:

  • 2023: 97,9 €/MWh
  • 2025: 124,1 €/MWh
  • 2026: 156,8 €/MWh (bis 23.09.2026)
Mittlere Tagesspanne der Day-Ahead-Preise
97,92023111,22024124,12025156,82026bis 23.09.

Werte in €/MWh.

Day-Ahead je Jahr (Bundesnetzagentur | SMARD.de, eigene Auswertung)
JahrTagesspanne €/MWhNegative StundenArbitrage-Obergrenze €/MW
202397,930158.253
2024111,245769.750
2025124,157678.834
2026 (bis 23.09.2026)156,846676.402

Negative Preise gab es 2025 in 576 Stunden. Dann bekommt Geld, wer Strom abnimmt. Ein Speicher kann in solchen Stunden laden.

Die Spanne ist kein Erlös. Ein Speicher lädt und entlädt nur so viel, wie seine Leistung, seine Kapazität und seine Garantie erlauben. Beim Laden und Entladen verliert er Energie. Welche Obergrenze sich daraus für einen Speicher mit 1 MW und 2 MWh ergibt, zeigt der Marktdaten-Monitor.

So rechnen wir

Jede Stunde ist das Mittel ihrer Viertelstunden. So bleiben die Jahre vor und nach Oktober 2025 vergleichbar. Eine Stunde zählt als negativ, wenn dieses Mittel unter null liegt. Wer mit Viertelstunden rechnet, kommt auf andere Werte.

Wer handelt für eine kleine Anlage?

In der Regel ein Vermarkter. Wer eine Anlage mit einigen Hundert Kilowatt besitzt, handelt meist nicht selbst an der Börse. Der Vermarkter bündelt viele Anlagen und handelt für sie.

Wie solche Verträge aussehen und wer dabei das Preisrisiko trägt, erklärt der Artikel Merchant, Floor, Tolling.

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Daten: Bundesnetzagentur | SMARD.de: Großhandelspreise Day-Ahead, Gebotszone Deutschland/Luxemburg (CC BY 4.0), eigene Auswertung