Wissen: Terrasse und Glas
Terrassendach undicht: was tun?
Wasser unter dem Terrassendach: wie Sie Kondenswasser von eingedrungenem Regen unterscheiden, was Sie selbst ansehen können und was Sie festhalten.
Kurz gesagt
- Klären Sie zuerst, ob es Regen ist oder Kondenswasser. Tropft es morgens auch nach trockenen Nächten, spricht das eher für Kondenswasser.
- Sehen Sie vom Boden aus nach Rinne, Fallrohr und der Fuge an der Hauswand.
- Halten Sie fest, wann und wo es nass wird: Datum, Wetter, Stelle, Fotos.
- Steigen Sie nicht auf das Glasdach, und richten Sie keinen Druckstrahl auf Fugen und Dichtungen.
Regen oder Kondenswasser?
Wasser unter dem Dach kann zwei Ursachen haben:
- Regen, der irgendwo eindringt,
- Kondenswasser, das sich innen an kalten Flächen niederschlägt.
Bevor jemand etwas abdichtet, muss klar sein, was es ist . Einen ersten Hinweis gibt, wann das Wasser auftritt:
| Beobachtung | spricht eher für |
|---|---|
| morgens, auch nach trockenen Nächten | Kondenswasser |
| nur bei oder nach Regen, oft bei Wind aus einer bestimmten Richtung | eingedrungenen Regen |
Wie Kondenswasser entsteht und was dagegen hilft, steht im Artikel Kondenswasser unter dem Terrassendach.
Wo kann Wasser eindringen?
- Rinne und Fallrohr: Laub, Blüten oder im Winter Eis verstopfen den Ablauf, und die Rinne läuft über. Ist die Blende außen höher als die Rinne, braucht sie für Starkregen einen Notüberlauf .
- Der Anschluss an der Hauswand: Hier dichtet eine elastische Fuge. Solche Fugen altern durch UV-Strahlung, Wärme, Kälte und Feuchte. Sie sind Wartungsfugen: Sie werden regelmäßig geprüft und bei Bedarf erneuert . Mehr zur Befestigung unter Anbau am Haus.
- Die Seitenwände: Ein Terrassendach mit Windschutz an den Seiten, etwa mit Ganzglas-Schiebewänden, ist weder luft- noch schlagregendicht. Treibt der Wind Regen gegen die Scheiben, kann er zwischen ihnen hindurchkommen .
- Ein sehr flaches Dach: Je flacher das Dach, desto langsamer läuft das Wasser ab. Wind kann es zur Hauswand treiben, und vor Querprofilen bleibt es stehen .
- Das Hausdach darüber: Sitzt das Terrassendach unter der Traufe oder auf dem Hausdach, kann Wasser vom Hausdach kommen. Das kann eine überlaufende Dachrinne sein oder Spritzwasser zwischen beiden Dächern. Mehr dazu unter Anbau am Haus.
- Unwetter: Sturm mit sehr hohen Windgeschwindigkeiten, Starkregen und Hagel können auch einen fachgerecht geplanten und gebauten Glasanbau überfordern. Dann kann Wasser eindringen .
Was kann ich selbst ansehen?
Vom Boden aus und ohne auf das Dach zu steigen:
- Rinne und Fallrohr: Sind sie frei, läuft das Wasser am unteren Ende des Fallrohrs ab?
- Die Fuge an der Hauswand: Ist sie rissig, hat sie sich an einer Stelle gelöst, ist die Wand darunter feucht?
- Die Entwässerungsöffnungen in den Rahmen von Fenstern und Schiebetüren: Sind sie frei ?
- Die Dichtungen der Glaselemente: Sitzen sie in ihrer Nut, sind sie mit Moos oder festem Schmutz bedeckt ?
- Die Rinne des Hausdachs, wenn das Terrassendach darunter liegt.
Halten Sie fest, wann und wo es nass wird:
- Datum und Uhrzeit,
- das Wetter mit Windrichtung,
- die Stelle,
- Fotos.
Mit solchen Beobachtungen beginnt auch jede Suche nach der Ursache.
Was sollte ich nicht tun?
- Nicht auf das Glasdach steigen. Es ist dafür nicht gebaut. Mehr bei Pflege und Wartung.
- Keinen Druckstrahl auf Fugen und Dichtungen richten, auch nicht, um die undichte Stelle zu finden. Er kann Dichtungen beschädigen oder aus ihrer Nut drücken. Für Wasser unter Druck sind Terrassendächer nicht gebaut .
- Keine Dichtungen oder Bürsten nachrüsten zwischen den Scheiben einer Ganzglas-Schiebewand. Sie verstärken das Kondenswasser bis hin zur Vereisung .
Wie findet ein Fachbetrieb die Ursache?
In Schritten. So beschreibt es der Bundesverband Wintergarten :
- Hinweise sammeln: Was ist wann wo passiert? Liegt Kondenswasser nahe, kann eine Messung Klarheit bringen. Gemessen werden Temperatur und Luftfeuchte über ein bis vier Wochen, direkt an der nassen Stelle.
- Nachsehen: offensichtliche Wasserspuren und Fehler in der Konstruktion.
- Beregnen wie bei normalem Regen: mit einer Gartenbrause, ohne Druckstrahl und ohne Druckluft. Stück für Stück, bis die Stelle gefunden ist, an der Wasser eindringt. Bleibt es dabei trocken, kann trotzdem bei bestimmten Windrichtungen Wasser eindringen.
- Weitere Verfahren, etwa eine Lecksuche mit Ultraschall, und zuletzt das Öffnen eines Bauteils.
