Wissen: Terrasse und Glas
Kondenswasser unter dem Terrassendach: warum es entsteht und was hilft
Warum es morgens unter Glas- und Stegplattendächern tropft, auch ohne Regen, und was hilft: unter dem offenen Dach, im Gartenzimmer und am Carport.
Kurz gesagt
- Tropft es morgens unter dem Dach, obwohl die Nacht trocken war, ist das Kondenswasser.
- Verhindern lässt es sich nicht, aber lenken.
- Lassen Sie Luft unter das Dach, und stellen Sie nichts Empfindliches unter die Tropfstellen.
- Tritt Wasser nur bei oder nach Regen auf, deutet das eher auf eingedrungenen Regen.
Warum tropft es, obwohl es nicht regnet?
An manchen Morgen tropft es unter dem Terrassendach, obwohl die Nacht trocken war. Das ist Kondenswasser.
Es entsteht, wenn feuchte Luft an einer Fläche abkühlt, die kälter ist als ihr Taupunkt. Die Luft kann das Wasser dann nicht mehr halten, und es schlägt sich nieder . Kühlt ein Gegenstand in einer klaren Nacht stark ab, bildet sich auf ihm Tau. Gegenstände, die sich morgens nur langsam erwärmen, beschlagen besonders stark .
Unter dem Terrassendach heißt das:
- Glas, Profile und Rinne sind von der Nacht noch kalt. Sie erwärmen sich langsamer als die Luft.
- Die Luft nimmt morgens viel Feuchtigkeit auf, etwa vom Tau auf dem Rasen.
- An den kalten Teilen des Dachs gibt sie die Feuchtigkeit wieder ab.
Das Wasser läuft an den Profilen entlang und tropft ab, oft in beachtlicher Menge . Dasselbe sehen Sie an jeder offenen Bahnsteigüberdachung.
Was hilft dagegen?
Verhindern lässt sich Kondenswasser nicht. Der Bundesverband Wintergarten nennt es unvermeidbar. Lenken lässt es sich schon:
- Luft unter das Dach lassen. Je besser die Unterseite des Dachs belüftet ist, desto schneller trocknet es. Mit Windschutz oder geschlossenen Seiten dauert es länger .
- Die Tropfstellen einplanen. Stellen Sie Polster, Holzmöbel und alles Empfindliche nicht dorthin, wo es morgens abtropft. Das bedenken Sie am besten schon bei der Planung.
- Nach einer Ablaufrinne fragen. Bei manchen Aluminiumprofilen liegt hinter der Regenrinne eine zweite Rinne, die das Kondenswasser zur Seite leitet . Ob eine Linie sie hat, steht in den Unterlagen des Herstellers.
Was gilt bei Stegplatten?
Stegplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas lassen Wasserdampf durch. In ihren Hohlkammern kann sich deshalb immer wieder für kurze Zeit Kondenswasser bilden. Nach Jahren können sich darin Schmutz und Algen ablagern .
Damit das Wasser abläuft und abtrocknet, bleiben die unteren Enden der Platten offen. Sie sind nur mit einem Gazestreifen gegen Schmutz und Insekten abgedeckt. Die Plattenhersteller schreiben dafür eine Mindestneigung des Dachs vor .
Kleben Sie die unteren Enden deshalb nicht zu.
Was hilft im Gartenzimmer?
Sind die Seiten mit Glas geschlossen, bleibt die Feuchte länger im Raum. Glas und Profile sind dann die kältesten Flächen, und an ihnen schlägt sie sich nieder.
- Lüften: Öffnen Sie mehrmals am Tag für einige Minuten große Flächen .
- Tür zum Wohnzimmer zu: Die Tür zum beheizten Wohnzimmer bleibt dabei geschlossen. Sonst zieht warme, feuchte Luft in den kühlen Glasraum .
- Keine zusätzlichen Dichtungen: Dichtungen oder Bürsten zwischen den Scheiben einer Ganzglas-Schiebewand verstärken das Kondenswasser bis hin zur Vereisung .
Mehr dazu im Artikel Das Gartenzimmer im Winter.
Und unter dem Carport?
Carportdächer aus Trapezblech kühlen nachts ebenso aus. Es gibt Bleche mit einem saugfähigen Vlies auf der Unterseite. Es nimmt kondensierte Feuchtigkeit auf und gibt sie später wieder an die Luft ab . Ob Ihr Carport ein solches Vlies hat, steht in den Unterlagen seines Herstellers.
Kondenswasser oder Regen?
Kondenswasser entsteht vor allem morgens und auch ohne Regen. Tritt Wasser nur bei oder nach Regen auf, vor allem bei Wind, deutet das eher auf eingedrungenen Regen. Wie Sie das unterscheiden und was Sie dann tun, steht im Artikel Terrassendach undicht: was tun?.
