Ratgeber Sonnenschutz
Senkrechtmarkise, ZIP-Screen oder Raffstore: Tuch oder Lamelle vor dem Fenster?
Tuch oder Lamelle vor dem Fenster: Was eine Senkrechtmarkise mit seitlicher Führung kann, was ein Raffstore anders macht und was der Wind für beide bedeutet.
Kurz gesagt
- Beide sitzen außen vor dem Fenster und halten die Sonne ab, bevor sie das Glas erreicht.
- Die Senkrechtmarkise tut es mit einem Tuch. Es fährt senkrecht herunter und wird seitlich geführt. Je nach Stoff sieht man hindurch.
- Der Raffstore tut es mit Lamellen, deren Winkel sich verstellen lässt. So lenkt er Licht, statt es nur abzuhalten.
- Wie viel Wind sie aushalten, geben die Hersteller unterschiedlich an.
Wie arbeiten Senkrechtmarkise und ZIP-Screen?
Das Tuch läuft in seitlichen Führungsschienen senkrecht vor Fenster, Terrassendach oder Seite. Eingefahren liegt es geschützt in einer Kassette. Bei der markilux 620 und 625 spannt die Schwerkraft das Tuch.
Wie fest das Tuch in der Schiene sitzt, entscheidet über Ruhe und Wind:
- tracfix von markilux: Zwischen Tuch und Schiene gibt es keinen Spalt. Das sieht nach Angaben von markilux ruhiger aus und ist windstabiler.
- ZIP von Hersteller: Das System strafft das Tuch und verringert Flattern und Durchhängen. Hersteller gibt an, dass es Tuchsitz und Windbeständigkeit verbessert.
Ein gelochtes Tuch wie transolair lässt Licht und Luft durch. Es erlaubt den Blick nach draußen und hält Blicke von außen ab.
Wie arbeitet ein Raffstore?
Ein Raffstore besteht aus Lamellen, die sich zu einem Paket hochziehen lassen. Ihr Winkel ist verstellbar. Je nach Form lenken sie Licht in den Raum oder dunkeln ab.
MHZ unterscheidet unter anderem Flach-, gebördelte, Z- und S-Lamellen. Sie unterscheiden sich in Formstabilität, Pakethöhe, Abdunkelung und Lichtlenkung.
- Führung: in Schienen oder an gespannten Seilen
- Bedienung: mit Motor, Funk, Solarantrieb, Kurbel oder Endlosschnur
Wie viel Wind halten sie aus?
Markisen nennen eine Windwiderstandsklasse, Raffstores oft eine Windgeschwindigkeit.
Markisen geben eine Windwiderstandsklasse nach DIN EN 13561 an. Fenstermarkisen von markilux erfüllen nach Angaben des Herstellers je nach Modell und Größe Klasse 2 oder 3. Die Klasse gilt nur mit der vorgesehenen Montage.
Raffstores beurteilt MHZ nicht mit einer Klasse. Der Grund: Die Prüfgröße der Norm lässt sich kaum auf andere Maße übertragen. MHZ nennt stattdessen Windgeschwindigkeiten je Breite, Höhe, Lamelle und Führung.
Ein Beispiel für gebördelte Lamellen mit Schienenführung:
- bis 3.000 × 3.000 mm: 17 m/s
- bei 5.000 × 5.000 mm: 8 m/s
Für diese Werte nennt MHZ Bedingungen:
- Sie gelten nur bei geschlossenen Fenstern und nicht an Gebäudeecken.
- Steht der Raffstore mehr als 100 mm vor der Fassade, sind sie abzumindern.
- Empfohlen wird ein Windwächter. Er muss an der windexponiertesten Stelle sitzen.
Welche Windzone an Ihrem Haus gilt, zeigt der Wind-Check.
Gibt es eine Förderung?
Außen liegender Sonnenschutz an Fenstern kann unter Bedingungen gefördert werden. So steht es im Infoblatt des BAFA:
- Förderfähig ist der Ersatz oder der erstmalige Einbau von außen liegendem Sonnenschutz mit optimierter Tageslichtversorgung, zum Beispiel über Lichtlenksysteme oder eine strahlungsabhängige Steuerung.
- In Frage kommen Fensterläden und Rollläden, Jalousien und Raffstores sowie Markisen, die parallel zu Fenstern in der thermischen Gebäudehülle verlaufen. Die Art des Antriebs spielt keine Rolle.
- Nicht förderfähig sind unter anderem alle innen liegenden Vorrichtungen. Dasselbe gilt für Markisen, die nicht parallel zu Fenstern in der thermischen Gebäudehülle verlaufen, für Vordächer, freistehende Lamellen und Pergolen.
Welche Nachweise nötig sind, steht auf der Seite Förderung.
Der Wortlaut im Infoblatt des BAFA
Förderfähig ist nach dem Infoblatt des BAFA der Ersatz oder der erstmalige Einbau von außenliegenden Sonnenschutzeinrichtungen mit optimierter Tageslichtversorgung, z. B. über Lichtlenksysteme oder strahlungsabhängige Steuerung (Nr. 2.5 S. 1). In Frage kommen dabei ausschließlich außenliegende Sonnenschutzvorrichtungen nach DIN 4108-2 Tabelle 7 Zeile 3.1 bis 3.3, unabhängig von der Art des Antriebs: Fensterläden und Rollläden; Jalousien und Raffstores; Markisen, die parallel zu Fenstern in der thermischen Gebäudehülle verlaufen (Nr. 2.5). Nicht förderfähig sind unter anderem alle innenliegenden Vorrichtungen wie Rollos, Jalousien, drehbare Lamellen, Raffstores und Plissees; außenliegende Vorrichtungen nach DIN 4108-2 Tabelle 7 Zeile 3.4, das sind alle Maßnahmen und Markisen, die nicht parallel zu Fenstern in der thermischen Gebäudehülle verlaufen, Vordächer, freistehende Lamellen(dächer) und Pergolen (Nr. 9.1).
